ABC1-Lehrgang Bernd Knäuper

Der stellv. Löschgruppenführer der Löschgruppe Rebbeke, OFM Bernd Knäuper, hat erfolgreich am ABC1-Lehrgang teilgenommen. In dem auf Kreisebene durchgeführten Lehrgang lernten die Feuerwehrleute, wie man mit GSG (Gefährliche Stoffe und Güter) umgeht.

Dazu gehört u. a. das Abdichten von Lecks bei Gefahrguttransportern und Kanaldeckeln sowie das Umpumpen von giftigen/ätzenden/gefährlichen Flüssigkeiten.

Katastrophenübung Lipperland-Kaserne

Der Löschzug 4 (Löschgruppe Rebbeke und Löschgruppe Hörste) war mit insgesamt 12 Kameraden vor bei einer Katastrophenübung in der Lippelandkaserne vor Ort, um als Reserve im Ernstfall (falls die Übung aus dem Ruder gerät und es zu „echten“ Notfällen kommt) einspringen zu können. Auch sie verfolgten die Übungsszenen mit großem Interesse.

Die Uhr zeigt Viertel vor zwei am Samstagnachmittag, als aus der Ferne die ersten Martinshörner zu hören sind. „Geht los!“, ruft einer. Ein erleichterter Aufschrei hallt von dem Schrotthaufen herüber, zu dem sich drei Autos verkeilt haben: „Jaaa!“ Von da an erfüllen nur noch ein einziges Winseln, Heulen und Hilfeschreie die Szenerie. Den italienischen Kleinwagen in der Mitte hat es besonders übel erwischt. Der Beifahrer ist eingeklemmt. In dem Geländewagen hinten klopfen Insassen verzweifelt gegen die Scheiben. In der Limousine vorn starren die Passagiere apathisch ins Nichts.Ein Notarzt trifft ein, sondiert die Lage. Erste Feuerwehrleute kümmern sich um angefahrene Fußgänger, die zitternd neben den Fahrzeugen liegen. Immer mehr Retter eilen an den Unfallort. Mit einem Hydraulikspreizer hebeln sie die Tür einer vierten Limousine auf, um eine Frau zu befreien. Auf der Heckscheibe kündet ein Aufkleber vom „Abi 2008“. Nach und nach verfrachten die Helfer die Verletzten zur Patientenablage, wo sie versorgt werden. Um halb drei ertönt eine Sirene: Die Übung ist zu Ende. „Jetzt wollte ich gerade sterben!“, klagt einer der Darsteller.
Hans-Peter Trilling nickt zufrieden: „Es schien relativ flüssig abzulaufen.“ Trilling leitet die Abteilung Rettungsdienst, Feuer- und Katastrophenschutz bei der Kreisverwaltung. Und an diesem Wochenende ist er einer der Leiter der Großübung aller Feuerwehren des Kreises zusammen mit Malteser-Hilfsdienst, dem Roten Kreuz (DRK) und dem Rettungsdienst – mit mehreren Hundert Beteiligten.
In der alten Lipperland-Kaserne in Lipperbruch testen sie ihre Leistungsfähigkeit bei Großschadensereignissen. Neun Szenarien stehen an zwei Tagen auf dem Programm: vom Gefahrgut-Unfall, über Explosionen in einer Industrieanlage und im Chemieraum einer Schule bis zur Rettung nach einem Flugzeugabsturz, wofür eigens ein Schrottflieger vom Dortmunder Flughafen gebracht wird. Am Samstagabend geht´s per Blaulicht zum Alberssee: Dort simulieren die Einsatzkräfte mit der DLRG die Wasserrettung nach einer Windhose.
Im Katastrophenfall steht die Landrätin in der Verantwortung. Deshalb macht sich Eva Irrgang auch ein Bild vom Verlauf der Übung – und zollt den Einsatzkräften Respekt: „Die Krise hat immer die Landrätin“, sagt sie zu ihnen. „Ich muss mich dann auf Sie verlassen. Und ich weiß, dass ich es kann, genauso wie die Bürgerinnen und Bürger.“
Das Wochenende stellt 18 Mitarbeiter von Rettungsdiensten aus ganz NRW Land vor eine besondere Probe: Sie haben bei der DRK-Rettungsschule in Münster ihre Ausbildung zum Organisatorischen Leiter (OrgL) absolviert und müssen nun die Praxisprüfung bestehen. Der OrgL soll den Leitenden Notarzt entlasten, indem er die Patientenablage organisiert oder Krankenhäuser kontaktiert. Der Kreis hat diese Führungsstruktur schon früh eingeführt, im Jahr 1999. Die Einsatzkräfte, auch das zeigt die Übung, sind längst darauf eingestellt.

Quelle: Der Patriot – Lippstädter Zeitung