Premiere bei der Atemschutzausbildung

Dichter Qualm dringt aus dem Küchenfenster. Ausgestattet mit rund 25 kg Ausrüstung arbeitet sich ein Angriffstrupp der Feuerwehr unter Atemschutz zum Brandherd vor.

Ein derartiger Innenangriff gehört wohl mit zu den körperlich schwersten Tätigkeiten bei der Feuerwehr, hier ist eine absolute Fitness unabdingbar. Egal ob Brand oder Unfall mit Gefahrgut, heute gibt es kaum noch einen Einsatz, bei dem nicht unter Atemschutz zum Schutz der Einsatzkräfte vorgegangen wird. Verständlich, wurden doch schon im Brandrauch bis zu 50 verschiedene Stoffe nachgewiesen. Ein Chemie Cocktail, den der menschliche Organismus ohne besonderen Schutz nicht überleben könnte.

Körperlich topfit, kerngesund und sportlich ausdauernd, das ist auch mit Grundvoraussetzung für die elf Männer und eine Frau, die jetzt erfolgreich einen vierwöchigen Atemschutzlehrgang bei der Feuerwehr in Lippstadt absolviert haben. Der steht nach dem bestandenen Grundlehrgang auf dem Fortbildungsprogramm der ehrenamtlich tätigen Floriansjünger befähigt diese als Atemschutzgeräteträger in den Einsatz zu gehen.

Unter der Lehrgangsleitung von Joachim Zimmermann und Christian Kroemer wurde dieser wohl wichtigste Lehrgang im Leben eines Feuerwehrangehörigen an elf Abenden in der Feuerwache in Lippstadt durchgeführt. Übrigens eine Premiere, denn erstmals wurden Feuerwehrangehörige aus Geseke, Lippstadt und der Werkfeuerwehr Hella gemeinsam unterrichtet. In der Theorie standen Gesetzeskunde, Einsatzgrundsätze, die Atmung des Menschen und das Erlernen der Atemgifte, deren Auswirkungen und Vorkommen sowie die hochkomplizierte Technik der Atemschutzgeräte auf dem Lehrplan.

Schrittweise wurde den Auszubildenden lebenswichtige Kenntnis u a. bei einem Notfalltraining und wie bei einem Brand vorgegangen wird, vermittelt. Mit Gewöhnungs- und Trageübungen die Belastungen und Anforderungen von Tag zu immer mehr bis hin zu Einsatzbedingungen gesteigert. Um die begehrte Urkunde zu erhalten musste von den Prüflingen noch eine praktische Prüfung in der Atemschutzübungsstrecke in Soest und eine schriftlicher Wissenstest in Lippstadt bestanden werden.

Angeleitet von den Lippstädter Ausbildern Wolfgang Jochheim, Lothar Knodel, Peter Hertel-Nollkämper und den Hilfskräften Patrick Knodel und Timo Zimmermann bewiesen Stephen Baker von der Werkfeuerwehr Hella, Dominik Bartmeier, Fabian Berg, Michael Menke, und Thomas Rump alle Feuerwehr Geseke, sowie Sabrina Wickord, Daniel Sturm, Timo Hagner, Linus Hoppe, Julian Kipp und Thorsten Sauer von der Feuerwehr Lippstadt neben einer langen Ausdauer auch einen ausgezeichneten Wissenstand und erhielten nach bestandener Prüfung ihre Urkunden aus den Händen der Lippstädter Wehrführung.

Stellv. Wehrführer Bernd Peterburs dankte der Leitung, den Ausbildern und den Lehrgangsteilnehmer für ihre Bereitschaft sich für den Nächsten in Not einzusetzen und bat sie dafür in ihrer Freizeit immer wieder Lehrgänge zu absolvieren. Die Kameraden dürfen sich jetzt Atemschutzgeräteträger nennen und werden in ihren Wehren unter der Anleitung erfahrener Kameraden ihre ersten Einsatzerfahrungen bei dem direkten Kampf Mensch gegen Feuer sammeln.

Foto: Christian Dicke / Text: Dieter Dreier