Manpower und viele Schläuche bei „Feuer“ bei den Stadtwerken

Mit der Alarmmeldung „Unklare Rauchentwicklung“ bei den Stadtwerken an der Bunsenstraße wurden jetzt 40 Feuerwehrmänner mit 11 Fahrzeugen zum Übungseinsatz gerufen.
Bei Eintreffen der Feuerwehr stand, laut Drehbuch eine Fahrzeughalle mit angrenzender KFZ-Werkstatt auf dessen Dach zudem eine Photovoltaikanlage installiert war, „lichterloh in Flammen“. Als nächste „Überraschung“ mussten die Einsatzkräfte feststellen, dass laut Drehbuch die Wasserversorgung auf dem Gelände durch eine Baumaßnahme nicht funktionierte.
Um die Sache für den Stellv. Zugführer und Einsatzleiter Frank Jungeiliges und seine Männer noch schwieriger zu gestalten, hatten die Übungsplaner Thomas Rotthoff (Zugführer Zug 1), der stv. Zugführer Zug IV, Martin Hoppe (LG Rebbeke) und Christian Meyer (Vorbeugender Brandschutz) auch den in der Nähe befindlichen Gastank in die Übung einbezogen.
Zahlreiche Interessierte, darunter der stv. Wehrführer Reinhard Falkenstein und Martin Sandknop von den Stadtwerken beobachteten die Vorgehensweise der Kräfte. Die rund 40 Wehrmänner des Zug 1 (Kernstadt) und der Löschgruppe Rebbeke hatten alle Hände voll zu tun um dieses anspruchsvolle Übungsszenario in den Griff zu bekommen.
Einsatzleiter Frank Jungeiliges: „In diesem Moment mussten mehrere Dinge gleichzeitig passieren, Vorrang hatte die mögliche Menschenrettung, der Aufbau einer umfassenden Brandbekämpfung und die Kühlung des in der Nähe befindlichen Gastanks, alleine dazu mussten Hunderte von Metern an Schläuchen verlegt werden“. Vor Ort setzte sich auf Kommando eine gewaltige Logistik in Marsch.
Im ELW werden auf Spezialkarten die Standorte der umliegenden Hydranten ermittelt, zeitgleich Rettungswagen und weitere Löschzüge alarmiert und die Meldungen dokumentiert. Mit dem Spezialfahrzeug der Löschgruppe Rebbeke, einem Schlauchwagen 1000 (SW 1000) auf dem rund 1500 Meter angeschlossene B-Schläuche verladen sind, von der von-Hoerde-Str. und von der Erwitter Str. her lange Schlauchleitungen verlegt.
Andere Wehrmänner errichteten von der Mercklinghausstraße her eine weitere Wasserversorgung. Strahler erleuchten den Einsatzort taghell und für den Erstangriff musste das Wasser aus dem Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 entnommen werden. Immer mehr Wehrmänner gehen unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Mit einer rund 7 m hohen und fast 50 m breiten Wasserwand wird durch Einsatz der Hydroschilder eine Brandausbreitung auf den Gastank verhindert und dieser zudem gekühlt.
Zur möglichen Personenrettung und Erkundung arbeiten sich gleich zwei Trupps mit Wasser am Rohr in die durch eine Nebelmaschine völlig „verqualmte“ Halle vor. Am Ende der Übung zufriedene Gesichter bei den Verantwortlichen von der Übungsleitung der Feuerwehr und den Stadtwerken, die mit gewaltigen Aufwand aufgebaute Löschwasserversorgung war ausreichend und so schoßen mehrere tausend Liter Wasser pro Minute aus allen Rohren in das imaginäre Feuer und kühlten den Gastank.
Übungsorganisator Thomas Rotthoff dankte Martin Sandknop von den Stadtwerken für die Gelegenheit hier zu üben und allen Einsatzkräften für ihre gute Arbeit. Für die Feuerwehr, so Brandinspektor Thomas Rotthoff ging es um die Erlangung von Ortskenntnisse, die umfangreiche Prüfung der Wasserversorgung, einen Test des Funksystems und den Aufbau einer aus mehreren Hydrantenleitungen bestehende Löschwasserversorgung.
Text und Fotos: Dieter Dreier (Feuerwehr Lippstadt)