Wehren proben Gas-Unglück

Die Westenholzer Straße in Mettinghausen ist am Mittwochabend in beiden Richtungen gesperrt. Zahlreiche Löschzüge und Feuerwehrkräfte sind angerückt. Der Grund ist ein so genannter ABC-Einsatz – allerdings nur ein simulierter. In einer Biogasanlage in Mettinghausen waren Servicetechniker mit der Reparatur der Füllschnecke beschäftigt. Nachdem ein Techniker Ersatzteile geholt hatte, vermisste er seine Kollegen. Nach kurzer Suche fand er sie bewegungslos im Revisionsraum zwischen Fermenter und Nachbereiter. Obwohl auch ihm bereits schwindelig wurde, gelang es ihm noch, bevor er selbst zusammenbrach, ins Freie zu kommen und den Betreiber aufmerksam zu machen. Dieser informierte unverzüglich über den Notruf 112 die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. Was sich äußerst dramatisch anhört, ist in diesem Fall nur eine Übung, zu der an diesem Abend 20 Einsatzfahrzeuge und 90 Feuerwehrkräfte vor Ort sind. Mehr als die Hälfte von ihnen hat eine ABC-Ausbildung (Spezialausbildung im Umgang mit gefährlichen Stoffen). Von der Feuerwehr Lippstadt sind die Löschgruppen Dedinghausen, Hörste und Rebbeke zu Hilfe geeilt, außerdem zahlreiche Kräfte der Feuerwehren aus Geseke (vorwiegend aus Störmede) und Erwitte. Im Kreis Soest stünden vier ABC-Züge zur Verfügung, die auf atomare, biologische und chemische Gefahren spezialisiert seien, erklärt Michael Menke, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Geseke. Einer davon sei der ABC-Zug-3, der auch am Mittwochabend in Mettinghausen zum Einsatz kommt, und sich aus den Freiwilligen Feuerwehren von Erwitte, Geseke und Lippstadt zusammensetzt. Gemeinsame Aus- und Fortbildung sei für das gute Zusammenspiel des ABC-Zuges ausgesprochen wichtig. Dazu zählen auch die Übungseinsätze. Am Mittwochabend funktioniert dieses Zusammenspiel reibungslos. „So eine Übung wird von den Kräften absolut ernst genommen und wie ein reales Geschehen behandelt“, erklärt Christian Dicke von der Feuerwehr Lippstadt das Prozedere. Und das ist diesmal ganz besonders aufwändig. So tragen die Rettungskräfte beispielsweise spezielle Chemikalien-Schutzanzüge (CSA). Und nicht nur die Opfer müssen dekontaminiert, also „entseucht“ werden, sondern auch die Mitarbeiter und Feuerwehrkräfte, die möglicherweise bei der Bergung mit den gefährlichen Substanzen in Berührung kamen. Hierzu wird in Windeseile ein so genannter Dekontaminationsplatz aufgebaut. Eines der Opfer wird von Christopher Rode von der DLRG Erwitte gemimt. Beruhigend sprechen die Hilfskräfte ihm zu. Auch das gehört zur Übung. Der letzte Einsatz, bei dem der ABC-Zug-3 tatsächlich aktiv werden musste, sei bereits zwei Jahre her, berichtet Michael Menke. Damals galt es im Evangelischen Krankenhaus das Zusammenlaufen zweier ausgetretener Säuren zu verhindern.

Text & Fotos: Der Patriot

Sponsoren unterstützen die Arbeit der Feuerwehr

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Lippstadt führte der Stadtfeuerwehrverband e. V. im letzten Jahr eine Spendenaktion durch.

Nachdem die Spendensumme feststand haben sich Vorstandsmitglieder überlegt in welche Gerätschaften investiert werden sollte. Wie so oft ist der Wunschzettel länger als Geld zur Verfügung steht. In Absprache mit der Wehrführung wurde eine Prioritätenliste erstellt. „Der Gabentisch ist gut gefüllt“, freute sich Reinhard Falkenstein, 1. Vorsitzender vom Stadtfeuerwehrverband e. V. Grund genug alle Delegierten aus der Freiwilligen Feuerwehr Lippstadt und natürlich die Sponsoren zu einem gemeinsamen Abend einzuladen.

Mit Hilfe der Sponsoren konnten nun eine Wärmebildkamera und zehn Infrarot Thermometer beschafft werden. Fast jede Löschgruppe wurde mit einem Infrarot Thermometer ausgestattet, mit dem sich Temperaturen von –50 bis +1000 Grad messen lassen. Zukünftig können so sehr schnell an der Einsatzstelle hohe Temperaturen gemessen werden. Ob dies in Räumen oder in Zwischendecken ist. Dadurch müssen nicht mehr Deckenverkleidungen oder Decken eingerissen werden.

Zu guter Letzt wurde für die beiden Jugendfeuerwehren Kernstadt und Lipperode ein Pavillon beschafft. Schnell auf- oder abbauen war hier die Divise. Der erste „Einsatz“ war am Pfingstwochenende beim traditionellen Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Soest am Jahnplatz in Lippstadt. Ermöglicht hat die Beschaffung die Dr. Arnold Hueck-Stiftung.

„Ich möchte mich nochmals im Namen des Stadtfeuerwehrverbandes e. V. recht herzlich bei allen Firmen und bei der Dr. Arnold Hueck-Stiftung für die Spenden bedanken“, so Reinhard Falkenstein.

2014-06-04_Uebergabe_Infrarotmessgeraet_01

Gruppenbild der Sponsoren, Bürgermeister Christof Sommer, die Wehrführung und Vertreter der Löschgruppen zusammen mit den neuen Ausrüstungsgegenständen wie Wärmebildkamera, Infrarot Thermometer und Pavillon.

Text und Fotos: Christian Dicke (Feuerwehr Lippstadt)

Einsatz – Baum auf Fahrbahn

Am Pfingstmontag wurde die Löschgruppe Rebbeke um 22:58 Uhr zur Beseitigung eines Unwetterschadens alarmiert. Ein Anrufer hatte einen umgestürzten Baum auf der Westenholzer Straße in Mettinghausen gemeldet. Da im Bereich der Westenholzer Straße kein entsprechender Baum gefunden wurde, suchte die Löschgruppe mit dem LF10 und dem SW 1000 auch die Mettinghauser und Niederdedinghauser Straße ab. Nach etwa 25 min rückte die Löschgruppe ohne weitere Feststellungen wieder ein.

Auch die Löschgruppen der benachbarten Feuerwehren mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Bei dem Unwetter kamen in NRW mehrere Menschen ums Leben.

Tipps bei akuter Waldbrandgefahr

Sommer, Sonne, Trockenheit: Es besteht aktuell eine hohe Waldbrandgefahr – was kann jeder tun, um Waldbrände zu verhindern? Wie hilft die Bevölkerung der Feuerwehr am besten? 9 Tipps, die jeder kennen sollte!

Waldbrände gehören zu gefährlichsten Bränden. Sie können, falls sie nicht rechtzeitig gemeldet und bekämpft werden, schnell ausbreiten. Dabei zerstören sie nicht nur wertvolle Holzbestände, sondern auch den Lebensraum für viele Lebewesen. Und unter Umständen geraten Tiere und Menschen aber auch Gebäude durch die Flammen in Gefahr. Bei einer Meldung über einen Waldbrand gilt für die Feuerwehr deshalb vor allem: Jede Sekunde zählt. Ein schneller Einsatz ist unbedingt erforderlich.

Während Waldbrände früher mit natürlichen Ursachen (Blitzeinschlag) ein Bestandteil der Natur waren, sind es heute vor allem die Menschen, die für die Feuer verantwortlich sind – durch Brandstiftung und Fahrlässigkeit. Die vergleichsweise wenigen verbliebenen und bewirtschafteten Waldflächen können einen Waldbrand nicht in dem Maße kompensieren, wie es bei den einst natürlichen Bränden der Fall war. Zwar können sich die pflanzlichen Teile des Waldes überwiegend regenerieren, doch es fehlen zum Beispiel die alternativen Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Nachdem die Menschen in die Forstbewirtschaftung eingegriffen haben, müssen sie auch die Wälder vor den Brandgefahren schützen.

Jeder sollte diese Tipps beherzigen:

  • Kein Rauchen, offenes Feuer (z.B. Grillen, Abbrennen von Schnittgut), offenes Licht (Fackeln, Laternen) in Wäldern oder auf Wiesen!
  • Bitte niemals Zigarettenkippen aus dem Auto- oder Zugfenster werfen!
  • Zufahrten zu Wäldern, Baggerseen, Ausflugsbgebieten usw. (das können auch Feldwege sein) müssen für Löschfahrzeuge Tag und Nacht freigehalten werden!
  • Das Fahren oder Parken auf Waldwegen ist zu unterlassen, heiße Auspuffrohre oder Katalysatoren könnten das Gras in Brand setzen!
  • Bitte werfen Sie keine Abfälle in die Natur. Es ist zwar selten, aber Scherben können durchaus wie Brenngläser wirken!
  • Kinder sollten über die Gefahren und Folgen von Brandstiftung aufgeklärt werden!
  • Viele Brände lassen sich durch rasches Eingreifen schon im Anfangsstadium löschen. Deshalb bitte immer sofort die Feuerwehr (Notruf 112) alarmieren – auch wenn es sich noch um ein vermeintlich kleines Feuer oder Rauchentwicklung handelt!
  • Versuchen Sie den Brandort bei einer Meldung an eine Rettungs- und Feuerwehrleitstelle so präzise wie möglich anzugeben!
  • Bleiben Sie nach einen Notruf vor Ort und weisen Sie anrückenden Feuerwehren von den Zufahrtsstraßen den Weg zur Brandstelle!

Wie hoch ist die Waldbrandgefahrenstufe aktuell in meiner Region? Der Deutsche Wetterdienst ermittelt tagesaktuell die Gefahrenstufe für Waldbrände und veröffentlicht diese auf seiner Website. Dabei gibt es eine Gefährdungsskala ausschließlich für Waldbrände sowie den Grasland-Feuerindex für Flächenbrände. Flächenbrände (am Boden) treten im Gegensatz zu Waldbränden häufiger auf. Hier finden Sie die Links:

Quelle: feuerwehrmagazin.de