Brandschutzerziehung

Die Arbeit der Feuerwehr beginnt bereits vor dem Brand !

In jedem Jahr müssen wir in der Bundesrepublik Deutschland 120 brandtote Kinder beklagen. Die schrecklichen Unfälle passieren zu einem hohen Prozentsatz, weil Kinder zündeln und sich der Gefahr des Feuers gar nicht bewußt sind. Fehlverhalten der Kinder, z.B. verstecken vor dem Feuer anstatt wegzulaufen birgt ein großes Risiko.

Viele Erwachsene sind immer noch der Meinung, dass die Kinder keine Streichhölzer oder Feuerzeuge in die Hand nehmen dürfen. Aber, schüren wir mit dieser Maßnahme nicht noch die Neugierde der Kinder? Der Versuchung durch Feuer sind Kinder in besonderem Maße ausgesetzt:

Sie sind oft fasziniert. Wärme, Helligkeit und knisternde Geräusche erzeugen ein Gefühl von Abenteuer, aber auch von Gemütlichkeit und Geborgenheit. Hinzu kommt der Nachahmungstrieb. Kinder wollen ausprobieren, was Eltern oder auch ältere Geschwister alltäglich vorleben. Der richtige Umgang mit dem Feuer muß gelernt werden. Mit Verboten wird in der Regel nur der gegenteilige Effekt erreicht. Verbote wecken Neugier, sie lassen das Verbotene reizvoll erscheinen.

Brandschutzerziehung umfasst einen großen Themenbereich und sollte so früh wie möglich im Kindergarten beginnen. Der Besuch des Feuerwehrmannes in den Einrichtungen unterstützt die Arbeit der Erzieher und Pädagogen dabei nachdrücklich.

Nutzen auch Sie die Neugierde und den Wissensdurst der Kinder um eine effektive Brandschutzerziehnug durchzuführen.

Verhaltensregeln für Eltern und Erzieher:

  •  Streichhölzer und Feuerzeuge müssen so aufbewahrt werden, daß sie für Kinder unerreichbar sind. Dies gilt auch für brennbare Flüssigkeiten wie Benzin oder Spiritus.
  • Chemie- und Experimentierkästen sind bei unsachgemäßer Handhabung sehr gefährlich. Experimente sind immer nur nach Vorschrift durchzuführen.
  • Feuerwerkskörper gehören nicht in Kinderhände.
  • Niemals Kinder unbeaufsichtigt bei offenem Feuer zurücklassen. Feuer übt eine ungeheure Anziehungskraft aus, wobei ohne Böswilligkeit Brände entstehen können.
  • Kinder dürfen nicht zum Einkaufen von Streichhölzern und Feuerzeugen geschickt werden.
  • Kinder müssen frühzeitig über das Verhalten bei einem Brand aufgeklärt werden. Wichtig ist, daß sich die Kinder auf keinen Fall verstecken! Sie sollten sofort bei einem Erwachsenen Hilfe suchen.
  • Mit Kindern ab dem Vorschulalter kann bereits der Notruf der Feuerwehr 112 eingeübt werden. Zum Wählen der Telefonnummer sind keine Zahlenkenntnisse notwendig. Man muß den Kindern nur die entsprechenden Tasten zeigen. Notfalls kann man auch farbige Markierungspunkt anbringen. Gleichzeitig ist aber auch darauf hinzuweisen, dass der Mißbrauch der Notrufeinrichtungen verboten ist.
  • Löschversuche sollten Kinder alleine nicht unternehmen. In Sicherheit bringen und Hilfe herbeirufen ist das oberste Gebot.
  • Lagerfeuer, Grillfeuer o.ä. sollen Kinder nur unter Anleitung Erwachsener an den dafür vorgesehenen Plätzen entzünden. Dabei sollte auf folgendes geachtet werden:
    • Streichhölzer müssen vor der Benutzung auf Beschädigung untersucht werden.
    • Beim Anzünden das Streichholz nicht zu lang anfassen, damit es nicht abbricht.
    • Das Streichholz an der geschlossenen Schachtel vom Körper weg anreißen.
    • Keinen Spiritus o.ä. zum Anzünden von Grill- oder Lagerfeuern benutzen.
    • Zum Schluß mit Wasser löschen oder mit Sand abdecken.

 Verhaltensregeln für Kinder:

Was tue ich, wenn es brennt ?

  • Ich hole sofort einen Erwachsenen !
  • Ich rufe die Feuerwehr an !
    • Ich hebe den Telefonhörer ab.
    • Ich wähle 112.

Es meldet sich die Feuerwehr:

  • Ich sage der Feuerwehr:
    • Wie ich heiße.
    • Wo es brennt.
    • Was brennt.
    • Ob Menschen oder Tiere in Gefahr sind
  • Ich warte auf Fragen der Feuerwehr.
  • Ich weise der Feuerwehr den Weg.

Weitere Informationen erhalten Sie auch bei der Feuerwehr Ihrer Gemeinde !