Tipps bei akuter Waldbrandgefahr

Sommer, Sonne, Trockenheit: Es besteht aktuell eine hohe Waldbrandgefahr – was kann jeder tun, um Waldbrände zu verhindern? Wie hilft die Bevölkerung der Feuerwehr am besten? 9 Tipps, die jeder kennen sollte!

Waldbrände gehören zu gefährlichsten Bränden. Sie können, falls sie nicht rechtzeitig gemeldet und bekämpft werden, schnell ausbreiten. Dabei zerstören sie nicht nur wertvolle Holzbestände, sondern auch den Lebensraum für viele Lebewesen. Und unter Umständen geraten Tiere und Menschen aber auch Gebäude durch die Flammen in Gefahr. Bei einer Meldung über einen Waldbrand gilt für die Feuerwehr deshalb vor allem: Jede Sekunde zählt. Ein schneller Einsatz ist unbedingt erforderlich.

Während Waldbrände früher mit natürlichen Ursachen (Blitzeinschlag) ein Bestandteil der Natur waren, sind es heute vor allem die Menschen, die für die Feuer verantwortlich sind – durch Brandstiftung und Fahrlässigkeit. Die vergleichsweise wenigen verbliebenen und bewirtschafteten Waldflächen können einen Waldbrand nicht in dem Maße kompensieren, wie es bei den einst natürlichen Bränden der Fall war. Zwar können sich die pflanzlichen Teile des Waldes überwiegend regenerieren, doch es fehlen zum Beispiel die alternativen Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere. Nachdem die Menschen in die Forstbewirtschaftung eingegriffen haben, müssen sie auch die Wälder vor den Brandgefahren schützen.

Jeder sollte diese Tipps beherzigen:

  • Kein Rauchen, offenes Feuer (z.B. Grillen, Abbrennen von Schnittgut), offenes Licht (Fackeln, Laternen) in Wäldern oder auf Wiesen!
  • Bitte niemals Zigarettenkippen aus dem Auto- oder Zugfenster werfen!
  • Zufahrten zu Wäldern, Baggerseen, Ausflugsbgebieten usw. (das können auch Feldwege sein) müssen für Löschfahrzeuge Tag und Nacht freigehalten werden!
  • Das Fahren oder Parken auf Waldwegen ist zu unterlassen, heiße Auspuffrohre oder Katalysatoren könnten das Gras in Brand setzen!
  • Bitte werfen Sie keine Abfälle in die Natur. Es ist zwar selten, aber Scherben können durchaus wie Brenngläser wirken!
  • Kinder sollten über die Gefahren und Folgen von Brandstiftung aufgeklärt werden!
  • Viele Brände lassen sich durch rasches Eingreifen schon im Anfangsstadium löschen. Deshalb bitte immer sofort die Feuerwehr (Notruf 112) alarmieren – auch wenn es sich noch um ein vermeintlich kleines Feuer oder Rauchentwicklung handelt!
  • Versuchen Sie den Brandort bei einer Meldung an eine Rettungs- und Feuerwehrleitstelle so präzise wie möglich anzugeben!
  • Bleiben Sie nach einen Notruf vor Ort und weisen Sie anrückenden Feuerwehren von den Zufahrtsstraßen den Weg zur Brandstelle!

Wie hoch ist die Waldbrandgefahrenstufe aktuell in meiner Region? Der Deutsche Wetterdienst ermittelt tagesaktuell die Gefahrenstufe für Waldbrände und veröffentlicht diese auf seiner Website. Dabei gibt es eine Gefährdungsskala ausschließlich für Waldbrände sowie den Grasland-Feuerindex für Flächenbrände. Flächenbrände (am Boden) treten im Gegensatz zu Waldbränden häufiger auf. Hier finden Sie die Links:

Quelle: feuerwehrmagazin.de

Feuerwehren geben Sicherheitstipps zu Gewitter

Gewitter bergen Gefahren für alle Menschen im Freien – und können schwere Sachschäden durch Überspannung und Brandausbruch verursachen. Nicht immer warnt ein kräftiger Regenschauer rechtzeitig vor dem Unheil. Darauf weist der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) anlässlich der Warnungen vor Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen in den nächsten Tagen hin.

Die Feuerwehren geben sieben Sicherheitstipps:

  • Ein festes Gebäude ist der sicherste Platz bei einem Unwetter. Alternativ bietet auch ein geschlossenes Kraftfahrzeug Schutz.
  • Wenn Sie im Freien von einem schweren Gewitter überrascht werden, hocken Sie sich in eine Senke, einen Hohlweg, unter eine Stahlbetonbrücke oder einen Felsvorsprung. Im dichten Wald hocken Sie sich ebenfalls hin – mindestens drei Meter von Bäumen oder Astspitzen entfernt.
  • Meiden Sie einzeln stehende Bäume jeder Art, Masten, Metallzäune und andere Metallkonstruktionen.
  • Durch kräftigen Regen kann im Straßenverkehr die Sicht stark beeinträchtigt werden. Passen Sie Ihre Fahrweise entsprechend an. Warten Sie Unwetter mit Sturm und Hagel zunächst auf einem Parkplatz oder am Straßenrand auf einem baumfreien Abschnitt ab.
  • Straßen können durch das Wasser überflutet und zeitweise unpassierbar werden. Beachten Sie hier die entsprechenden Anweisungen.
  • In Gebäuden ohne Blitzschutzsystem an den Strom- und Versorgungsleitungen sollten Sie bei Gewitter auf Kontakt zu Metallleitungen, das Duschen und das Telefonieren mit einem Schnurapparat verzichten sowie die Stecker der Elektrogeräte herausziehen.
  • Melden Sie Unfälle und Brände sofort unter der europaweiten Notrufnummer 112. Bitte halten Sie die Notrufleitungen während eines Gewitters für Notfälle frei und melden Sie Schäden, von denen keine akute Gefahr ausgeht, erst nach Ende des Unwetters.

Quelle: Pressestelle Deutscher Feuerwehrverband

Einführung einer gesetzlichen Rauchwarnmelderpflicht für Privatwohnungen

Mit einer Änderung der Landesbauordnung zum 01.04.2013 hin, schreibt nun der Gesetzgeber den Einbau von Heimrauchmeldern in Privatwohnungen gesetzlich vor. Allerdings gibt es eine Übergangszeit für bereits bestehende Wohnungen bis zum 31.12.2016.

Brandschutz - RauchmelderDiese Änderung der Gesetzeslage war allerdings aus Sicht der Feuerwehr zwingend erforderlich, denn es sterben in Deutschland immer noch 400 bis 500 Menschen jährlich bei Bränden, die Zahl der Verletzten liegt bei etwa 5.000 Menschen.

Trotz intensiver Aufklärungsarbeit in den letzten Jahren ist die Quote der installierten Rauchmelder in Privathäusern und Wohnungen leider immer noch zu gering. Nach Schätzungen verfügen zwei Drittel aller Haushalte in Nordrhein Westfalen nicht über einen Rauchwarnmelder. Dabei sind batteriebetriebene Geräte kostengünstig zu erwerben und leicht zu installieren und verbessern die Sicherheit in Wohnungen im Brandfall erheblich.

Durch die nun beschlossene Änderung der Bauordnung im Land Nordrhein Westfalen, will der Gesetzgeber diese Situation verbessern und somit die Zahl der Brandtoten und Verletzten weiter verringern.

In der neuen Fassung der Bauordnung heißt es in Zukunft, dass in Schlafräumen und Kinderzimmern sowie Fluren jeweils mindestens ein Rauchwarnmelder anzubringen ist. Für das Anbringen wird der Eigentümer zuständig sein, die Nutzer der Wohnungen wie beispielsweise Mieter müssen die Betriebsbereitschaft sicherstellen und sind daher für den Batteriewechsel zuständig.

Die Feuerwehren im Lande sind täglich mit Bränden in Gebäuden konfrontiert und wissen um die Gefahren eines Brandes, so ist es nicht in erster Linie das Feuer selber was den Bewohnern im Brandfall gefährlich wird. Vielmehr ist es der hochtoxische Brandrauch der besonders in den Nachtstunden für die Menschen bei Bränden in Gebäuden zum Verhängnis wird.

Daher rät die Feuerwehr bereits jetzt seine Wohnungen mit den lebensrettenden Rauchwarnmeldern auszustatten, da im Schlaf der Geruchssinn ausgeschaltet ist und man somit den Brandrauch nicht wahrnimmt. Ein Rauchmelder warnt die Bewohner einer Wohnung bereits in der frühen Phase eines Brandes, sodass die Flucht der Personen noch möglich ist.

Daher sagt die Feuerwehr ganz klar: Rauchwarnmelder retten Leben!

Bei Fragen zum Thema stehen Ihnen die Mitarbeiter der Abteilung Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der Stadt Lippstadt gerne unter folgenden Telefonnummer zur Verfügung: 02941 / 980-206.

Text: Christian Meyer (Feuerwehr Lippstadt)

Sicherheitstipps für die Silvesternacht

Jedes Jahr werden die Feuerwehren in der Silvesternacht zu schweren Unfällen und Bränden gerufen, welche durch den unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern wie Böllern oder Raketen verursacht werden.
Schwere Verbrennungen und Verletzungen von Händen und Gesicht, Verletzungen der Augen, dauerhafte Hörschäden durch Trommelfellverletzungen und manchmal sogar Abriss von Gliedmaßen sind die Folgen, die oftmals lebenslange Beschwerden für die Betroffenen nach sich ziehen. Kinder sind dabei besonders gefährdet!
Damit die alljährliche Silvesternacht nicht zu dauerhaften Schäden führt, gibt die Feuerwehr Lippstadt Tipps für einen sicheren Umfang mit Feuerwerkskörpern:

  • Verwenden Sie nur durch die Bundesanstalt für Materialprüfung zugelassene Feuerwerkskörper (BAM-Kennzeichnung).
  • Feuerwerk der Klasse II darf nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben und von diesen verwendet werden.
  • Zünden Sie keine Feuerwerkskörper in der Nähe von Person und halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu diesen.
  • Hantieren Sie nicht mit selbst gebastelten oder illegal importierten Feuerwerkskörpern, denn diese haben oftmals eine um ein vielfaches höhere Sprengkraft und sind unberechenbar.
  • Verwenden Sie Böller und Raketen nur im Freien und halten Sie einen ausreichenden Sicherheitsabstand von Gebäuden und leicht brennbaren Materialien.
  • Zünden Sie Böller niemals in der Hand an, sondern legen Sie den Böller auf den Boden, zünden Sie ihn mit ausgestreckter Hand an und entfernen Sie sich unmittelbar nach der Zündung.
  • Lassen Sie Raketen niemals aus der Hand starten und zielen Sie mit diesen nicht auf Menschen, Tiere oder Gebäude. Raketen sollten grundsätzlich nur senkrecht abgeschossen werden, z.B. aus einer Flasche, welche in einer Getränkekiste steht. Hierdurch sorgen Sie für einen sicheren Stand und einen sicheren Abschuss der Rakete.
  • Zünden Sie Blindgänger nicht ein zweites Mal an, sondern übergießen Sie diese nach dem Abkühlen mit Wasser.
  • Beachten Sie bei allen Feuerwerkskörpern die Herstellerangaben.

In der Silvesternacht kommt es leider immer wieder zu großen Schäden durch Brände. Sie können dieser Gefahr allerdings mit geringem Aufwand vorbeugen, wenn Sie nachfolgende Tipps beachten:

  • Verschließen Sie vor der Silvesternacht sämtliche Wohnungsfenster, Keller- fenster, insbesondere Dachfenster und Dachluken.
  • Stellen Sie Müllbehälter möglichst so auf, dass diese für Dritte unzugänglich sind.
  • Lagern Sie keine brennbaren Materialien auf ihrem Balkon.
  • Halten Sie Feuerwehrzufahrten zu ihrem Gebäude ständig frei.

Sollte es dennoch zu einem Unfall oder Brand kommen, rät die Feuerwehr, Ruhe zu bewahren und über den Notruf 112 Hilfe anzufordern. Brandwunden sollten mit Wasser gekühlt und Wunden steril abgedeckt werden.

Ihre Feuerwehr Lippstadt, Abteilung Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz 
Sollten Sie uns trotzdem brauchen, sind wir rund um die Uhr für Sie da!
…auch an Silvester! Feuerwehr Notruf 112!

Quelle: Feuerwehr Lippstadt

Sicherheitstipps für die Weihnachtszeit

Zur Weihnachtszeit brennt es in Deutschland jedes Jahr etwa 15.000 mal in privaten Wohnzimmern und oftmals greifen dabei die Flammen schnell um sich. Gerade Adventskränze, Trockengestecke und sonstige Dekorationsmaterialien sind wahre Brandbeschleuniger, aber auch der Weihnachtsbaum selber birgt eine große Brandgefahr.

Damit das nicht passiert, gibt die Feuerwehr in einem Flyer wertvolle Sicherheitstipps: Flyer-Download

Quelle: Feuerwehr Lippstadt

Fassadenbrände nehmen zu

Immer häufiger verzeichnet die Feuerwehr im Zusammenhang mit Bränden an Gebäuden, dass diese auch auf die Hausfassade übergreifen.

So musste beispielsweise erst in der letzten Woche im Lippstädter Norden eine Hausfassade durch die Feuerwehr großflächig geöffnet werden, um an versteckte Glutnester zu gelangen.

Durch die geltenden Gesetzgebungen zur Energieeinsparung im Wohnungsbau nimmt die Wärmedämmung von Neubauten, aber auch von bestehenden Gebäuden, einen immer höheren Stellenwert ein. Was allerdings für die Energieeinsparung gut ist, wirkt sich im Bereich des Brandschutzes zurzeit negativ aus.

Aufgrund der oftmals verbauten brennbaren Wärmedämmverbundsysteme wird die Feuerwehr immer öfter mit Fassadenbränden konfrontiert. Die Ursache solcher Brände sind oftmals Brände von Kunststoffmülltonen, Müllcontainer oder sonstigen brennbaren Materialen die direkt an eine Hauswand abgestellt oder gelagert werden.

Beim Brand eines Müllcontainers an einer Fassade entwickelt sich bereits nach kurzer Zeit ein Brand mit hoher Intensität und Flammenlängen von mehr als drei Metern Höhe. Hierdurch resultiert im Brandfall die große Gefahr der Brandausbreitung auf das Gebäude durch die oftmals brennbare Fassade.

Das Problem besteht dann darin, dass die verbauten Dämmmaterialien unter dem Außenputz weiter brennen, der Putz aber das Löschwasser abweist. Daher rät die Feuerwehr, Gebinde zur Müllsammlung möglichst in einem ausreichenden Abstand zum Haus abzustellen.

Text: Christian Meyer (Feuerwehr Lippstadt) | Fotos: Polizei und Feuerwehr