Geschichte

 Feuerbekämpfung in unserem Dorf

– von gestern bis heute –

Seit 1816 bildeten die Orte Rebbeke, Mettinghausen, Nieder-Dedinghausen und Mantinghausen einen politische Einheit, nämlich die Gemeinde Rebbeke. Als erster Nachweis auf Feuerwehr bzw. Feuerbekämpfung dient uns ein Zitat aus dem Protokoll der Tagung der Gemeindevertreter von Rebbeke vom 01.02.1858. Hier wurde die Abtrennung des Ortes Mantinghausen von der Gemeinde Rebbeke beschlossen. In dem Protokoll dieser Sitzung heißt es u.a.:

„Die Gemeinde Rebbeke und die neue Gemeinde Mantinghausen vereinbaren, dass die Feuerspritze und die Hebammenutensilien nach wie vor nach demselben Modus wie bisher unterhalten und angeschafft werden sollen.“

In einem Protokoll der Gemeindevertreter von Rebbeke vom 02.03.1904 ist zu lesen, dass aufgrund des § 13 Ziffer 1 der Landgemeindeverordnung für die Provinz Westfalen vom 19.03.1856 folgendes Ortsstatut für die Gemeinde Rebbeke erlassen wurde:

§ 1
Bei einem ausbrechenden Brand innerhalb der Gemeinde ist jeder männliche Einwohner von 18-60 Jahren mit Ausnahme

  1. der unmittelbaren und mittelbaren Staatsbeamten, Militärpersonen, Geistlichen, Lehrer,
    Ärzte und Apotheker
  2. derjenigen Personen, welche nachweislich wegen körperlicher Gebrechen zum Dienste unfähig sind,

zur Hilfeleistung verpflichtet.

§ 2
Bei einem Brand außerhalb der Gemeinde erstreckt sich die Verpflichtung zur Teilnahme nur auf diejenigen Personen, welche zur Bedienung der Löschgeräte im voraus bestimmt sind.

§ 3
Zum Transport der Feuerlöschgerätschaften, zum Heranholen von Wasser und dergleichen hat jeder Pferdebesitzer der polizeilichen Aufforderung zur Gestellung von Pferden nachzukommen.

§ 4
Bei jedem Brand führt die Leitung des Lösch- und Rettungswesens der Gemeindevorsteher bzw. dessen Stellvertreter. Jeder Einwohner ist verpflichtet, den Befehlen der Feuerlöschdirigenten Folge zu leisten.

§ 5
Zur Unterstützung des Feuerlöschdirigenten bei einem Brand werden für jede Spritze ein Spritzenmeister und Stellvertreter und für die Feuerhaken ein Hakenmeister und Stellvertreter ernannt, deren Namen ortsüblich bekannt gemacht werden. Desgleichen werden für jede Spritze 16 und für jeden Haken 2 Bedienungsmannschaften vorher ernannt. Den Befehlen der Abteilungsführer ist unweigerlich Folge zu leisten.

§ 6
Niemand darf ohne Erlaubnis der Abteilungsführer oder des Löschdirigenten seinen Posten verlassen. Wenn nicht ein Verlesen der Pflichtigen stattgefunden hat, muss sich jeder, der nach Unterdrückung des Feuers die Brandstätte verlassen will, bei seinem Abteilungsführer melden.

§ 7
Zur Brandwache hat jeder in der Gemeinde wohnhafte Hausbesitzer auf Verlangen der Polizei einen Mann zu stellen.

§ 8
Eigentümer und Nutznießer von Gebäuden bzw. Grundstücken sind verpflichtet, bei einem Brand den zur Hilfeleistung Verpflichteten Zutritt zu ihren Besitzungen zu gestatten, sofern dies zu einer wirksamen Bekämpfung des Feuers vom Feuerlöschdirigenten für notwendig erachtet wird.

§ 9
Alle zur Hilfeleistung beim Brand Verpflichteten sind auch verpflichtet, zu den Übungen pünktlich zu erscheinen, welche vom Gemeindevorsteher etwa angeordnet werden. Bei den Übungen finden die §§ 4, 5 und 6 sinngemäße Anwendung.

§ 10
Die Zeit der etwa angeordneten Übungen wird mindestens drei Tage vorher ortsüblich bekanntgemacht. Ist jemand verhindert, an derselben teilzunehmen, so hat er dieses mündlich oder schriftlich unter Angabe des Behinderungsgrundes dem Gemeindevorsteher anzuzeigen.

§ 11
Dieses Ortsstatut tritt am Tage seiner Verkündigung in Kraft.

Ab 1934 waren die Gemeinden angehalten, eine Feuerwehr zu gründen. In den Nachbarorten Verlar und Hörste sowie auch in den anderen Orten ist dieses aktenkundig nachzulesen. In Mantinghausen und auch in Rebbeke liegt allerdings kein schriftlich fixiertes Gründungsdatum vor. Als erstes Dokument dient uns ein Foto aus dem Jahre 1939 aus Mantinghausen.

Nach dem Krieg musste sich auch die Feuerwehr neu zurechtfinden, waren doch viele Kameraden nicht zurückgekehrt, und andere mochten vielleicht gar keine Uniform mehr tragen oder Dienst tun.

In dieser Zeit ist es dann zum Zusammenschluss der Feuerwehr aus der Gemeinde Mantinghausen und der Gemeinde Rebbeke gekommen. Die Gemeinden beschlossen gemeinsam, eine Feuerspritze anzuschaffen. Dieses war eine Feuerlöschkreiselpumpe TS 8/8 (Tragkraftspritze 800 l/Min. bei 8 Atü). Diese 1956 angeschaffte Pumpe der Fa. Ziegler mit VW-Motor wurde mit den dazugehörenden Saug- und Druckschläuchen in der Treckergarage von Franz Sandmeyer in Rebbeke stationiert. Franz Sandmeyer, Bürgermeister der Gemeinde Rebbeke, stellte bei Einsätzen einen Trecker und Wagen für den Transport der Pumpe und Geräte zu Verfügung. In der Feuer- und Rettungswache Lippstadt ist diese Pumpe heute ausgestellt und noch immer einsatzbereit.

Gerätehausbau wurde lange diskutiert

Der Wunsch, ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen, lag wohl in beiden Gemeinden vor. Verschiedene Standorte in Mantinghausen, Rebbeke und Mettinghausen wurden diskutiert.
In einer gemeinsamen Ratssitzung der Vertreter von Mantinghausen und Rebbeke-Mettinghausen in der Gastwirtschaft Köthemann in Mantinghausen am 16.07.1963 kamen die Gemeindevertreter überein, in Rebbeke ein neues Feuerwehrgerätehaus mit Schulungsraum und einer Wohnung zu bauen. Die geplanten Baukosten von 70.000 DM sollten geteilt werden. Ein Grundstück an der Kreuzung Alter Mühlenweg – Bokerstraße wurde erworben und das Gerätehaus errichtet.
Die damaligen Feuerwehrkameraden waren zum Teil mit dem Beschluss der Gemeinderäte, das neue Gebäude in Rebbeke zu errichten, nicht einverstanden. 1963 kam es zur Auflösung der Feuerwehr. 1964 wurde das Gerätehaus wie geplant errichtet. Fünf Jahre gab es in beiden Orten keine Feuerwehr. Der Feuerschutz wurde von den Nachbarwehren Verlar und Hörste sowie von der Amtsfeuerwehr Salzkotten-Boke übernommen.

Neugründung 1968

Am 05.02.1968, dem Tag der hl. Agatha, kam es zur Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Rebbeke-Mantinghausen.
Folgende 12 Männer erklärten sich bereit in den Dienst für den Nächsten einzutreten:
Herbert Kückmann, Stefan Jittenmeier, Bernhard Hüser, Theo Frede, Franz Freesmeier, Theo Beine, Stefan Beisler, Heinrich Voß, Franz-Josef Schmidt, Willi Henkenmeier, Hubert Nacke, Josef Bertelsmeier.
Man erkor Herbert Kückmann zum Gruppenführer, Stellvertreter wurde Stefan Beisler. 1969 absolvierte Herbert Kückamnn den Brandmeisterlehrgang in Münster. Die Kameraden begnügten sich zunächst mit einem Anhänger als Löschfahrzeug, in dem die Pumpe und Geräte von 1956 untergebracht waren.

Leistungsnachweise fördern den Ausbildungsstand

In dieser Zeit des Neuanfangs erfuhren die Kameraden vor allem durch Oberbrandmeister Josef Kammerer aus Salzkotten viel von ihrem Grundwissen, das zur Ausbildung eines Feuerwehrmannes gehört.
Nach den Richtlinien des Landesfeuerwehrverbandes legte die Gruppe 1969 in Rebbeke den ersten Leistungsnachweis ab, und alle Kameraden erhielten das Bronze-Leistungsabzeichen. Die offene Wasserentnahmestelle war der Strotgraben, der eigens angestaut werden musste.

Leistungsnachweis in Salzkotten am 06.06.1970

Im Oktober 1970 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Rebbeke-Mantinghausen das erste Feuerwehrfahrzeug, ein LF 8/8 auf einem Opel-Blitz-Fahrgestell.
Dieses Fahrzeug wurde 1990 ausgemustert und durch ein neues Fahrzeug, wieder ein LF 8/8, diesmal ein Mercedes-Fahrgestell erneuert.

Steigende Mitgliederzahlen erforderten 1974 eine Erweiterung des Schulungsraums.

Kommunale Neuordnung schafft neue Strukturen

Durch die kommunale Neuordnung am 01.01.1975 wurde aus der Freiwilligen Feuerwehr Rebbeke-Mantinghausen die Löschgruppe Rebbeke, innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Lippstadt. Wehrführer Herbert Kückmann war „nur noch“ Löschgruppenführer. Es war eine Umorientierung für die Gruppe, aber auch für die Feuerwehr Lippstadt.

Gruppenführung

Nach dem bestandenen Lehrgang wurde Herbert Kückamnn 1986 zum Hauptbrandmeister befördert und zum Zugführer für die Löschgruppe Lippstadt 5, Hörste und Rebbeke, ernannt. Die Ausbildung nach der Neugründung 1968 sowie der Aufbau neuer Freundschaften nach der kommunalen Neuordung mit Kameraden aus dem Stadtgebiet Lippstadt sind im Wesentlichen sein Verdienst.
Franz-Josef Schmidt aus Mantinghausen, der bisherige Stellvertreter, der 1973 den Brandmeisterlehrgang absolvierte, übernahm die Gruppenführung von 1986 bis 1992. Er besuchte den Hauptbrandmeisterlehrgang in Münster und wurde am 25.09.1992 zum stellvertretenden Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Lippstadt ernannt. Seit dieser Zeit wurde die Gruppe von Oberbrandmeister Norbert Sandmeyer aus Rebbeke geführt. Sein Stellvertreter war bis 2001 Brandmeister Bernhard Kückmann.

Neuer Gruppenführer ist seit dem 8. Februar 2003 Brandinspektor Martin Hoppe. Seine Stellvertreter sind Brandmeister Bernd Knäuper  und Unterbrandmeister Johannes Sandmeyer.
ehemalige Gruppenführer der LG Rebbeke:
Herbert Kückmann von 1968 bis 1986
Franz-Josef Schmidt von 1986 bis 1992
Norbert Sandmeyer von 1992 bis 2003

Highlights ab 1968 – Geschichte im Überblick

  • 1968   5. Februar, Neugründung der Feuerwehr Rebbeke
  • 1968   Erstmalige Teilnahme an den Leistungswettkämpfen in Rebbeke
  • 1970   Anschaffung eines LF 8 Opel-Blitz
  • 1974   Erweiterung des Schulungs- und Aufenthaltsraumes
  • 1975   Eingliederung unserer Löschgruppe in die Freiwillige Feuerwehr Lippstadt
  • 1978   10jähriges Bestehen und Anschaffung und Weihe einer Standarte
  • 1990   Anschaffung eines neuen LF 8 Mercedes
  • 1993   25-jähriges Jubiläum
  • 1995   Herausgabe einer kleinen Broschüre über die Geschichte unserer Feuerwehr
  • 1998   Leistungsnachweis des Kreises Soest in Rebbeke mit über 700 Teilnehmern
  • 1998   erster Feuerwehr-Seniorennachmittag der Feuerwehr Lippstadt in Rebbeke auf Sandmeyer`s Deele
  • 2000   Anschaffung eines neuen LF 8/6 Mercedes
  • 2001   großer Um- und Erweiterungsbau unseres Gerätehauses
  • 2002   Anschaffung eines neuen Schlauchwagens SW 1500
  • 2003   Martin Hoppe übernimmt die Führung der Löschgruppe
  • 2007   Die Löschgruppe nimmt die ersten 2 weiblichen Kameradinnen auf.
  • 2008   Leistungsnachweis des Kreises Soest in Mettinghausen am 31.5.08
  • 2013  Leistungsnachweis des Kreises Soest in Mettinghausen am 25.05.13

Eine Übersicht aller Einsätze vor dem Jahr 2000 finden Sie hier.